Traumhafte Route – mit dem Campervan durch Italien inklusive Vanlife-Fails

Vor einigen Wochen hatten wir eine Art Testurlaub mit einem geliehenen Campervan- in dem Fall ein Fiat Ducato- es war eine traumhafte Route – mit dem Campervan durch Italien, Österreich und Deutschland, inklusive einiger Vanlife-Fails.

Gemietet haben wir via „rent and travel, die dann mit verschiedenen Wohnmobil-Vermittlern zusammenarbeiten.

Unsere traumhafte Route führte uns von Berlin, über Schloss Neuschwanstein und den Gardasee nach Sardinien. Auf dem Rückweg ging es dann über Florenz, Venedig und Verona. Unsere letzte Nacht verbachten wir in Österreich, genauer in Kufstein,Tirol.

Schloss Neuschwanstein

Dieser Ort stand schon sehr lange auf unserer Bucket-List und welch ein Glück, es lag quasi direkt auf unserer Route. Versucht unbedingt die erste Tour zu buchen, dann habt ihr ein bisschen mehr Ruhe. Vor der Tour solltet ihr auf jeden Fall die berühmte Brücke besuchen und den Ausblick genießen.

Wir haben sie erst nach unserer Tour besucht und mussten schon etwas anstehen. Falls ihr allerdings mehr Zeit habt, es gibt einen Wanderweg, welcher die Brückenüberquerung inkludiert. Der soll nicht so anstrengend sein und nach einiger Zeit einen traumhaften Ausblick auf das Schloss bieten, wenn ihr den machen wollt – dann könnt ihr die Brücke auch ans Ende eurer Tour setzen.

Lasst euch nicht abschrecken wenn jemand schreibt der Aufstieg zum Schloss sei anstregend, er ist wirklich gut zu gehen und dauert so 20 Minuten. Dies gilt allerdings nur für dei Nutzung der Straße und nicht den „Wanderaufstieg“.

Wir hatten online viel anderes gelesen und wollten den Bus nehmen – der kam aber nicht.

Schlussendlich sind wir also doch gelaufen und konnten das Geld für den Bus sparen (4 EUR hin und zurück). Beim Parken wird es allerdings mit dem Sparen schwierig, wir haben keinen kostenfreien Parkplatz gefunden. Es sind also 15 EUR zu zahlen, falls ihr da was anderes habt- gerne in die Kommentare.

Der Gardasee

Hier waren wir gleich zweimal. Einmal zum Anfang der Reise nach Schloss Neuschwanstein und dann nochmals nach Verona und was sollen wir sagen – in beiden Fällen hat er nicht enttäuscht.

Der Gardasee, man könnte meinen man sei am Meer, oft sieht man sein Ende nicht und mit den Bergen im Panorama, eigentlich die perfekte Mischung.  Wir denken hier findet jeder sein Plätzchen- ob zum Baden, zum Motorrad fahren oder für jegliche Art von Wassersport. Ausserdem ist es nur 45 Minuten von Verona entfernt ( je nachdem von wo man losfährt, wie gesagt der See ist riesig).

Wenn ihr die Zeit habt, ruhig einmal den See umrunden, es gibt immer wieder tolle Aussichtpunkte und Möglichkeiten am See anzuhalten. Schöne Stellplätze gibt es auch. Direkt am See erweist sich dies jedoch als schwierig bzw. Teuer, wenn man aber einfach mal in die „Berge“ abbiegt, tun sich viele tolle Möglichkeiten auf und man kann tolle Sonnenuntergänge bewundern.

Wir kommen auf jeden Fall mit Frodo Beule nochmal vorbei.

Sardinien

Wenn es für euch mit der Fähre nach Sardinien geht, dann greift ruhig zu den häufig günstigeren „MobyLines“. Wir kennen den Konkurreten „Grimaldi Lines“ nicht, aber für uns war MobyLines völlig ausreichend. Unsere erste Fähre wirkte etwas in die Jahre gekommen, aber völlig in Ordnung. Während es auf dem Hinweg nur für Doppelstockbetten reichte, gab es auf dem Rückweg sogar ein Doppelbett (gleiche Kabinen-Kategorie). Es gibt auch ein Restaurant und eine Snack Bar an Bord, haben wir allerdings nicht genutzt- sondern uns selbst verpflegt.

Man darf auf den Schiffen scheinbar überall schlafen und braucht nicht zwingend eine Kabine. Die Menschen rollten ihre Isomatten auf Deck oder auch einfach auf dem Teppich vor dem Restaurant aus. Wir waren glücklich mit der Kabine, schöne heiße Dusche mit viel Druck 😊 .

Auf Sardinien haben wir vor allem den Süden erkundet, da wir den Norden schon etwas kannten. Wir können den Süden sehr empfehlen. Er ist weniger touristisch erschlossen und die Landschaft ein absoluter Traum, da unglaublich facettenreich. Besonders fasziniert hat uns neben dem allgegenwärtigen türkis-blauen Meerblick die Gegend rund um die Piscinas.

Diese Landschaft hatten wir so nicht erwartet. Es wirkte fast so, als wäre man in einer Wüste, die direkt am Meer endet. Auf der einen Seite so viel Wasser, auf der anderen sucht man es vergebens.
Es war so wunderschön, man konnte sich seinen Gedanken einfach so hingeben und die Seele baumeln lassen.

Mögt ihr Käse? Wir lieben Käse ! Seid ihr in Sardiniens Süden unterwegs?

Dann besucht unbedingt die Käserei „ Argiolas Formaggi“ . Es gibt eine sehr schöne asuführliche Tour durch die gesamte Herstellung, optional mit der Möglichkeit selbst Ricotta herzustellen. Im Anschluss gibt es noch ein kleines Tasting und die Möglichkeit sich im Hofladen für die Weiterreise zu versorgen. Die Preise sind unschlagbar.

Bevor wir mit der Fähre den Rückweg antraten, stand noch eine Dinner-Date Night im Tenuta Pilastru an. Dieses Restaurant hatte uns schon beim letzten Besuch zu 100% überzeugt. Es gibt ein festes Menü, klassisch sardische Küche. Eigentlich ist man nach Anti-Pasti und der Suppe schon satt, aber man möchte einfach weiter essen. Das Menü kostet (Stand September 2020) 38,00 Euro pro Person und inkludiert neben 6 Gängen auch Wasser, Hauswein, Espresso und einen Digestif.

Florenz

Florenz, die Stadt der Renaissance, der Medici und des weltweit berühmten Doms gehört mit Sicherheit zu den bedeutendsten Kulturmetropolen Europas. Hier reiht sich ein Kunstmuseum an das Nächste. Wir waren allerdings nur ein paar Stunden dort, weshalb wir uns genau 0 davon anschauten. Florenz ist vom Fährteminal in Livorno in ca. 1 Stunde mautfrei zu erreichen. Die Stadt lädt ein zum Flanieren durch die kleinen Gässchen und gerne hätten wir den Ausblick vom berühmten Dom genossen. Es war uns mit knapp 23 Euro ( Stand September 2020) dann aber doch zu teuer und wir fanden den Piazzale Michelangelo.

Nach einem kurzen steilen Anstieg kann man völlig kostenfrei einen traumhaften Ausblick genießen und dann auf der anderen Seite des Hügels wieder gemütlich Richtung Innenstadt spazieren.

Da wir langsam, aber sicher, Hunger bekamen, kam Come dio Comanda gerade richtig.

Die Paninis waren super lecker (unbedingt das mit Porchetta probieren) und für die gelieferte Größe, preislich völlig angemessen.

Frisch gestärkt ging es zurück Richtung Van. Venedig wartet (das sind nochmal knapp 2,5 Stunden bis Punta Sabbioni).

Venedig

Wir hatten unseren Camper in Punta Sabbioni stehen und sind dann mit dem Boot in die Stadt gefahren.
Das Ticket kann man direkt als Tages Ticket kaufen und dann sind auch alle Vaporettos ( Stadt-Bus-Boote) in Venedig inkludiert.

Venedig ist natürlich sehr beeindruckend und wenn man das so sagen darf, wir haben hier sehr von Corona profitiert, da die Stadt fast 80% weniger Touristen zählte. Wer günstig essen möchte, dem können wir „Fried Land“ empfehlen.

Verona

Ein absolute Empfehlung ist mit Sicherheit auch Verona, nicht nur wegen Romeo und Julia. Man darf den Balkon ruhig auslassen, es gibt so viel nette Gässchen und andere schöne Balkone.
Am besten nimmt man den kleinen Anstieg bis zum „Castel San Pietro“ um von dort die Aussicht auf die Stadt zu genießen.

Der Eintritt in die Arena von Verona ist auf jeden Fall auch empfehlenswert (Stand September 2020 10 EUR). Sie sieht aus wie das Collosseum in Rom, nur besser erhalten und in Verona ;). Geparkt haben wir wieder mit einem Tipp von park4night, sehr günstig und mitten in der Stadt.

Falls es unter euch Leser gibt, die man für Süßigkeiten begeistern kann, schaut unbedingt bei Pirate Candy mitten in der Innenstadt vorbei. Hier gibt es alles was das Herz begehrt und ihr könnt euch eure eigene „gemischte Tüte“ zusammenstellen.

Vor der Abfahrt hatten wir hier noch eine Pizza, etwas am Innenstadtrand, der Besitzer ist sehr freundlich, die Pizza frisch und durchaus lecker und verglichen mit den Preisen an den Piazzas definitv eine Empfehlung.

Neben Sommer, Sonne und Sonnenschein in Italien wollten wir uns auch ein bisschen inspirieren lassen von einem schon fertigen Ausbau. Um Sachen zu sehen, welche nicht fehlen dürfen im eigenen Camper, Sachen die man auf keinen Fall haben möchte und natürlich ein wenig Maß nehmen um zu sehen was man so braucht, oder wie viel einem reicht.

Die meiste Zeit standen wir autark, nur zweimal auf „normalen“ Parkplätzen, die haben wir über die App park4night gefunden.

Für genaue Stellplätze und detaillierte Fragen zur Route meldet euch gerne, wir freuen uns
Bei den Stellplätzen aber immer schön daran denken, sauberer verlassen als sie vorgefunden wurden.

Vanlife Fails

1. Wenn man schief steht läuft das Wasser schlechter ab und wenn man dann noch den Stöpsel im Abfluss lässt …naja
2. Einmal Sand im Van – immer Sand im Van
3. Push-locks sind nicht die beste Art und Weise Schubladen zu verschließen, ein Wanderrucksack tut es auch – eingeklemmt zwischen Schublade und Badtür, 
   beides ging einfach immer auf in Kurven – „Hallo Schublade!“ – 
   und wenn man es mit Humor nimmt, hätte man auch ein tolles Trinkspiel erfinden können
4. Google maps hat nicht immer recht (s. Pkt. 5)
5. Bodenfreiheit ist wichtig und man sollte wissen wieviel man hat
6. Die alleinige Existenz von Fliegengittern schreckt die Viehcher nicht ab, man muss sie auch schließen 
7. Vor dem Losfahren alles verräumen- ja.. auch die Weinflasche

Nichts desto trotz wurden wir bestärkt in unserem Vorhaben und freuen uns auf die kommende Zeit, besonders bei solchen Stellplätzen wie dem auf dem Foto.
Den haben wir selbst gefunden, aber nicht in einer App – waren wir schon ein bisschen stolz ☺️

Habt ihr auch ein paar lustige Erlebnisse bei eurem ersten Trip mit dem Camper gehabt ?