Die Wasserversorgung in unserem Campervan

In diesem Artikel geht es um das Thema Wasser, bzw. die Wasserversorgung, -Verteilung in unserem Campervan, was dabei zu beachten ist und wie man sich mit dem Thema vertraut macht.

Beginnen wir auch gleich mit dem letzten Punkt.

Die Planung der Wasserversorgung

Zu Beginn sollte man sich wie immer die Frage nach seinem zukünftigen Campingverhalten ehrlich beantworten. Es nützt an dieser Stelle nichts den „Traum“ eines Anderen zu bauen, weil es sich super liest, oder weil es jeder so macht, oder, oder, oder…

Wieviele Personen und auch evtl. Tiere werden in dem Campervan leben?

Wie lange wird am Stück in dem Van gelebt?

Dusche, oder reicht eine Spüle?

Toilette mit Wasserspülung?

Soll möglichst autark gestanden werden, oder trifft man euch eher auf dem Campingplatz an?

Und, möchtet ihr auch Warmwasser haben?

Dies sind nur einige Fragen mit denen ihr euch beschäftigen müsst, um nachher nicht falsch beraten zu sein mit eurer Entscheidung.

Unsere Wasserversorgung

Unser Wassersystem
Unser Wassersystem- zur Vereinfachung haben wir auf das Abbilden von Anschlüssen verzichtet.

In diesem Schaubild sieht man, wie wir in unserem Frodo Beule das Wasser mit seinen dazugehörigen Komponenten arrangiert haben. Beginnen wir beim Einfüllen. Da wir uns für einen Wasserfilter von Famous Water entschieden haben und diesen vor dem Wassertank haben, bedarf es eines besonderen Wassereinfüllstutzen. In diesem Falle gibt es eine Wassereinfüllklappe von CARYSAN. Diese beinhaltet einen Einfüllstutzen, welcher für den normalen Wasseranschluss aus der Leitung ist und einem für die „Notbefüllung“, über Gießkanne, See, Fluss, etc.. Die Notbefüllungsleitung geht über eine Wasserpumpe, da das Wasser durch die Filter gedrückt werden muss. Bei dem anderen Anschluss reicht der Wasserdruck der Leitung aus.

Aus zwei wird eins ist das Motto des Wasserverteilers, der in diesem Falle nicht verteilt, sondern zusammenschließt. Zwei Eingänge, ein Ausgang, denn in unsere Wasserfilter haben nur einen Anschluss. Hier geht es zuerst durch den Keramikfilter, danach in den Kohlefilter um anschließend frisch gefiltert in unseren Trinkwassertank zu fließen. Von hier aus geht es über ein kleines Stückchen Schlauch in unsere nächste Wasserpumpe, welche unser Kaltwasser zum einen in Richtung Standheizung befördert und sich vorher über ein Y-Stück abzweigt um zu Spüle und zur Dusche zu kommen.

Von der Heizung, welche auch einen integrierten Boiler hat, wird uns, wenn wir sie anheizen, Warmwasser geliefert. Zur Vereinfachung und damit jeder Bescheid weiß, haben wir auch keine Kosten und Mühen gescheut und extra roten und blauen Schlauch gekauft. 😉 Zur Zeit noch nicht im Realen vorhanden sind Wasserhahn und Duscharmatur, aber da wir Druckwasserpumpen und keine Tauchpumpen verwenden, können wir alle Haushaltsarmaturen verwenden und brauchen nicht den eingebauten Mikroschlater.

Für mehr Informationen zu unserem Filtersystem-hier klicken.

Welche Möglichkeiten der Wasserpumpen gibt es ?

Im Zuge dessen, dass ein Camperausbau relativ teuer ist und man ja irgendwie immer ein kleines Alleinstellungsmerkmal haben möchte, hatten wir uns auch Gedanken über die Wasserzuführung nach dem Wassertank gemacht. Als  Alternative zur normalen 12V Wasserpumpe kam für uns eine Fußpumpe in die engere Auswahl. Gerade in der Dusche von Vorteil, da natürlich nicht mit seifenverschmierten Händen nach der Mischbatterie gefingert werden muss, sondern nur ein, zwei Hübe und schon kommt das Wasser. Bei dem Gedanken der Dusche kamen allerdings auch gleich die Zweifel. Woher sollte denn bitte die Fußpumpe wissen, welche Temperetur meine Wunschtemperatur zum Duschen ist. Und sind wir ganz ehrlich, zwei Fußpumpen machen dann doch wenig Sinn in Gänze. Ich bin ja kein Drummer, der ne Double Bass hat.

Wir sind also wieder abgekommen von dieser Idee. Für diejenigen unter euch, die allerdings nur eine Spüle haben und nicht auch noch eine Dusche, ist es bestimmt eine gute Alternative. Die Fußpumpe spart Gewicht, sofern man eine leichte nimmt. Ist günstiger, sofern man eine Günstige nimmt. Und hält zumindest schonmal ein Bein fit, sofern man es nicht regelmäßig wechselt. 😉

Wir haben uns also für eine Lilie LP4121 mit 2,8 bar und 11,3 Litern pro Minute entschieden.

Die Durchflussgeschwindigkeit konnten wir uns nicht vorstellen, haben das Ganze mit einer Giesskanne in der Badewanne getestet- Ergebnis 11,3 Liter die Minute sind super

Das Thema Wasserleitungen

Wo wir schon das Thema der zwei Wasser ansprachen…Wir haben zwei Leitungen zu verlegen, da wir eine Heizung mit integriertem Warmwasserboiler haben. Wir haben uns für einen roten und einen blauen Schlauch entschieden, denn es sieht a) schöner aus und b,) sollte es mal einen Wasserschaden geben, weiß man gleich welche Leitung bis nachhinten verfolgt und gegebenenfalls herausgezogen werden muss. In unserem Frodo Beule sind vor dem Wassertank 12mm Leitungen verlegt, weil die Anschlüsse an der Serviceklappe, der Pumpe  und dem Wasserverteiler auf 12 mm sind und nach dem Tank gehen wir weiter mit 10 mm, weil unsere Wasserpumpe und die Heizung diese Anschlüsse hat.

Im Wohnraum haben wir unsere farbigen Leitungen der Optik wegen durch Kupferrohre gezogen, damit es zu Mindest den Anschein macht, eine starr verlegte Leitung zu haben. Und wie gesagt, es gefällt uns einfach deutlich besser. Bei der Grauwasserleitung haben wir uns für 25 mm entschieden. Wir haben uns, quasi schon in den Anfängen, einen Geruchsstop (Siphon) gekauft und der hat nun einmal diese Maße.

Vorbereitungen der Wassertanks

Bei dem Thema Tanks gibt es so viel Meinungen, wie es Camper gibt, vermutlich. Ein jeder muss für sich selbst klären, wie habe ich vor zu campen. Dementsprechend muss der Trinkwasser- und auch der Grauwassertank dimensioniert sein. Wir haben unserem Frodo Beule einen 94 Ltr. Trinkwassertank und 48 Ltr. Grauwassertank spendiert. Wir sind der Auffasung, knapp 100 Liter sollten durchaus lange genug ausreichen um nicht ständig die nächste Servicestation aufsuchen zu müssen. Man passt sich ja auch den Gegebenheiten an. Im Idealfall steht man am Strand, wo es eine Dusche gibt, dann benötigt man das eigene Wasser schon nur noch für Kaffee, Kochen und Händewaschen. Den Grauwassertank mit grob 50% zu kalkulieren sollte reichen. Es ist ja auch alles Zusatzgewicht und da haben die meisten Campervans ja eh schon die Grenze erreicht.

Aber nun zur Vorbereitung der Tanks. Beide Tanks benötigen als Mindestanforderung drei Öffnungen. Zum einen natürlich die Befüllung, wir wollen ja irgendwie Wasser tanken. Zum Anderen die Entnahme. Wir wollen es ja verwenden. Und als drittes eine Entlüftung. Wenn Wasser hineinkommt, muss die Luft weichen. Ebenso kann die Entlüftung auch als Belüftung dienen. Hier greift das Milchtütenprinzip. Wenn die Wasserpumpe zieht und das Wasser aus dem Tank kommt, kann so die Luft nachströmen. Andernfalls gäbe es einen negativen Überdruck.

Für weitere Löcher im Tank ist jeder Ausbauer selbst gefragt, da nur der Einzelne weiß was er verbauen möchte. Möchte man zum Beispiel wissen wie voll der Tank ist, macht eine Füllstandsanzeige Sinn. Hier wird meist eine Tankelektrode benutz. Sie kann bei den gängigsten Tanks angewandt werden, bis zu einer Tiefe von 500mm. Auch hierfür benötigt man eine Öffnung, durch welche die Elektrode in das Innere des Tanks gelangt und dort quasi Spannung misst.  * Beachten!* Sie benötigt eine extra Stromversorgung und eine entsprechende Anzeige muss zumeist separat bestellt werden.

Desweiteren gilt es sich Gedanken zu machen, wie man die Tankdurchführungen machen möchte, bzw. sieht der Tank bereits etwas vor? Manche Tanks haben schon vorgefertigte Gewindeanschlüsse. Diese können im Prinzip eins zu eins benutzt werden, sofern man mit den Schlauchanschlüssen der weiteren technischen Geräte hinkommt. Andernfalls wird mit Reduzierstücken gearbeitet. Ebenso kann man ein Loch in den Tank bohren und einen Schlauchanschluss verbauen, welcher über die Innenseite des Tanks eine Überwurfmutter mit Gummidichtung hat. Schlauchanschlüsse gibt es als geraden Anschluss, oder 90° Bogen. Im Normalfall wird für die Entlüftung ¼“ größer genommen, als die Befüllung ist. Im Sportboot, oder Caravanbereich sieht man darüber hinweg und nimmt das, was da ist. Um auf Nummer sicher zu gehen wäre größer besser.

Manch einer verbaut zusätzlich auch noch einen Überlauf. Diese ist ähnlich der Entlüftung und sorgt beim Betanken dafür, dass man sieht, wann der Tank voll ist. Hierbei handelt es sich auch wieder um eine Tankdurchführung mit Schlauchansatz und dieser ist so verlegt, dass man heraustretendes Wasser beim Befüllen sieht und zwar rechtzeitg, bevor man einen großen Schwall auf die Füße kriegt.

Wassertankheizung- ja,nein,vielleicht

Zum Thema Tankheizung gibt es prinzipiell erstmal zwei Möglichkeiten. Ja, oder eben Nein. Eine Tankheizung macht natürlich nur Sinn, wenn der Tank unterflur angebracht ist. Ein Tank der in der Garage steht sollte also theoretisch nicht im Frostbereich sein. Der Grauwassertank hingegen ist sehr gerne unterflur angebracht, da es sich ja hier um schmutziges Wasser handelt und man dieses bitte nicht auch noch sehen möchte. Es ist allerdings nur Spül-, Dusch- und Händewaschwasser, also gar nicht so schmutzig. Es gibt viele Bio-Spülmittel und -Shampoo, man darf also gerne damit argumentieren, dass man den Ablauf im Winter einfach auflässt und die Brühe gleich rausläuft.

Hierzu muss man sich allerdings die Frage nach seinem Campingverhalten stellen. Steht der Camper im Winter eh abgemaldet unterm Carport, braucht es auch keine Tankheizung. Wer im Warmen überwintert, der wird sie wohl auch nicht benötigen. Ein Wintercamper hingegen…naja, ihr könnt es euch denken…der benötigt sie schon ehr. Beim Trinkwassertank, sollte dieser unterflur kommen, würde ich aber schon dazu raten.

Kleine Anekdote aus unserem Urlaub

Wir waren gegen Ende September mit eienm Mietcamper auf Sardinien und auf dem Rückweg wurde aus dem fiesen Unwetter mit viel Regen auf dem Brennerpass ein Temperatursturz mit Schnee. Wir blieben eine Nacht in Österreich und fuhren dann weiter gen Heimat.

Soll heißen, es kann einen immer erwischen. Ist also der Trinkwassertank draussen, Heizung ran, oder rein. Beim Grauwasser dürfte man drüber hinwegsehen.

Der Wasserstand, Wasserstandsanzeige

Worüber man in unseren Augen aber nicht hinwegsehen kann, ist eine Wasserstandsanzeige. Der Tank, in den meisten Fällen so verbaut, dass man nicht alle 5 Minuten drauf schauen kann. Zugegeben, so ein Tank ist in den seltesten Fällen eine echte Augenweide und schon aus diesem Grund schaut man ihn nicht so gerne an. Aber es ist wichtig zu wissen wieviel noch drin ist, denn wenn man schön eingeseift da steht und sich der letzte Tropfen gerade noch so aus der Brause presst, dann wünschte man sich, man wäre zu dem Tank in die Garage gegangen, oder aber eben an dei Anzeige im Wohnraum und hätte das Übel erahnen können.

Wir entschieden uns für eine Anzeige, welche uns den Wasserstand in Prozent angibt. Diese Anzeige ist natürlich auch eher ein Schätzeisen und gibt nur einen ungefähren Anhalt. Eine 100 prozentig sichere Auskunft gibt es nicht. Strenggenommen wandelt die Anzeige auch nur die Signale der Elektrode um. Diese ist auf die Höhe des Tanks gekürzt und über einen Einsteller justiert.  Die letzte Pfütze im Tank bleibt immer drin, es sei denn man würde seinen Tank erhöht einbauen und den Ablauf unten positionieren.

Wassersystem Campervan
Wassersystem Campervan

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