Die Gasversorgung im Van

Die Gasversorgung im Van

Bei vielen steht Gas im Van nicht an erster Stelle um zu heizen, oder zu kochen. Manche haben regelrecht Angst vor Gas. Allerdings ist Gas gar nicht gefährlicher als andere Brennstoffe. Das schlimme bei Gas ist nur, man sieht es nicht.
Wir müssen den Skeptikern natürlich Recht geben. Ja, Gas kann gefährlich sein – bei fahrlässiger Benutzung. Deshalb gibt es in Deutschland aber zum Glück Vorschriften und Richtlinien, in welchen ganz klar geregelt ist, was erlaubt ist und was nicht.

In diesem Artikel gehen wir darauf ein, welche Heizung und welches Kochfeld wir verbaut und wie wir unsere Gasversorgung bewerkstelligt haben.

Fangen wir im Heck an. Hier steht…

Der Gaskasten

Grundvoraussetzung für die Gasversorgung ist mindestens eine Gasflasche. Wir haben die Option eine zweite Gasflasche mitzuführen, weshalb unser Gaskasten dementsprechend dimensioniert ist.
Man muss sich von vornherein überlegen, wofür man das Gas verwenden möchte. Soll es nur zum Kochen verwendet werden, oder auch damit geheizt werden. Ist man im Winter unterwegs, oder benutzt man den Van doch ehr im Sommer. Und soll damit eventuell auch Warmwasser produziert werden? Das alles sollte man vorher wenigstens einmal durchexerziert haben, um einen groben Überblick darüber zu erlangen welchen Vorrat man dabei haben sollte.

Im Sommerurlaub im September auf Sardinien, sind wir mit einer Flasche Gas, welche in dem Mietcamper war, die zwei Wochen ganz locker ausgekommen. Wir haben täglich gekocht, sogar morgens unseren Kaffee, bzw. das Wasser dafür, da der Mietcamper kein Spannungswandler hatte und nur 230V lieferte, wenn er am Landstrom hing. Will sagen, wenn man nicht Wintercamping betreibt und der Camper komplett ausgekühlt ist und erst auf Temperatur aufbauen muss, ist Gas zeimlich lohnend.

Nichts desto Trotz haben wir uns für die Möglichkeit von zwei Flaschen entschieden um noch unabhängiger zu sein.

Bau des Gaskasten

B x H x T

670x670x370

Wie schon erwähnt, haben wir unseren Gaskasten so dimensioniert, dass dort zwei Gasflaschen zu je 11Kg Platz finden. Wir wollen mit Gas heizen, kochen und unser Warmwasser produzieren, weil die Heizung das eben kann. Sie hat einen integrierten 10 Liter Boiler.

Die Innenmaße unseres Gaskasten sind 650mm hoch, 350mm tief und 650mm breit. Wir haben 10mm Spanplatten genommen und diese miteinander verschraubt. Auf Grund des Platzangebots und des Stellplatzes des Kastens haben wir die Tür zweigeteilt um leichter an die einzelnen Flaschen zu kommen. Wichtig an dieser Stelle, der Gaskasten muss dichtzukriegen sein. Aus diesem Grund haben wir eine zusätzliche Leiste an die kleinere Tür geklebt, wo die größere Tür gegengespannt ist.

Zum Abdichten haben wir auch hier Armaflexband benutzt. Es geht aber jeder Moosgummi. Zudem haben wir den ganzen Türrahmen mit Armaflexband beklebt, damit auch da die Türen, wenn sie geschlossen sind gegendrücken und abdichten. Der Türrahmen alleine reicht aber nicht aus, auch die Fugen zwischen den Brettern dürfen kein Gas durchlassen. Hierzu haben wir Silikon in die Fugen geschmiert. Kurz hinter der Tür ist eine Schwelle anzubringen über die die Falschen zu heben sind. Diese dient als zusätzlicher Schutz vor austretendem Gas.

Austretendes Gas kann nur nicht in den Innenraum gelangen, wenn es nach Außen kann. Aus diesem Grund gehört in den Boden ein Loch. Es muss die Abmaße 10x10cm haben. Für die Durchführung bietet es sich an, ein HT-Rohr zu nehmen mit einem Durchmesser von 10cm. Es hat den Vorteil, dass die einzelnen Schichten Gaskasten, Fußboden, Bodenplatte, Isolierung, Fahrzeugboden nicht alle einzeln abzudichten sind, sondern das Rohr nur im Gaskasten eingedichtet wird und dann bis aus dem Fahrzeugboden führt. Außen noch einmal abgedichtet und ganz wichtig, das Rohr nicht vergessen gegen eindringendes Viehzeug zu sichern. Hierzu einfach etwas Tüll, oder ähnliches verwenden. Wird bei Lüftungsgittern aber meist mitgeliefert.

Der Weg des Gases – Von der Flasche zum Verbraucher

Die Gasflasche/n sind nun sicher verstaut im Gaskasten (fixiert durch Spanngurte). Von ihnen ab geht im Regelfall der Druckminderer, welcher für Caravane voreingestellt auf 30 mBar ist. Manch einer hat Zwischen der Flasche und ihm noch einen Gasfilter. Ein maximal 40 cm langer Schlauch, welcher ein Etikett trägt auf welchem zu erkennen ist, das er zugelassen ist für Caravane und ein Mindesthaltbarkeitsdatum ausweist. Im Idealfall wechselt man Druckminderer und Schlauch alle 10 Jahre.

Der Schlauch führt direkt in die Schottverschraubung, welche der einzige Ausweg für das Gas aus dem Kasten sein sollte. Außerhalb des Gaskasten mit starren Leitungen arbeiten. Zu meist werden 8 mm Rohre genommen. Diese kann man von Hand biegen. Sollte es nicht möglich sein, all seine Verbaucher durch den Wohnraum mit den Leitungen zu erreichen, kann man die Leitungen auch Unterflur langführen. Hierzu benutzt man wieder eine Schottverschraubung und am Fahrzeugboden wird die Leitung alle 50 cm ca. gehaltert, um nicht zu schwingen und Geräusche zu produzieren, sowie undicht zu werden. Geht die Leitung dann wieder in den Innenraum, wer hätte es gedacht, wird eine Schottverschraubung verwendet. Damit man auch im Winter, wenn die Heizung läuft das Kochfeld tauschen kann, bekommt jeder Verbrbaucher zusätzlich ein Absperrventil.

Regeln auf einen Blick

  1. Öffnung im Boden 10×10 cm (nicht in Auspuffnähe)
  2. Alle Fugen abgedichten
  3. Alle Türen müssen abdichten und verschließbar sein.
  4. Vorne an muss ein Blendbrett sein, über welches die Flaschen gehoben werden müssen
  5. Die Flaschen müssen gesichert sein (Spanngurte)
  6. Es muss ein Druckminderer auf 30mBar verbaut sein
  7. Der Schlauch darf maximal 40cm Länge haben
  8. Aus dem Gaskasten geht eine Schottverschraubung
  9. Außerhalb des Gaskasten nur starre Leitung
  10. Jeder Verbraucher benötigt einen Absperrventil

Hier die Regeln nochmal als kleines Video.

Das richtige Kochfeld finden

Wir waren am Anfang unserer Recherchen zum Ausbau ziemlich überrascht wie teuer die “Van-Gaskochfelder” sind und dachten uns…dann kaufen wir ebn ein normales Gas-Kochfeld.

Weit gefehlt, in Deutschland gibt es dafür Richtlinien, es soll wohl bei der Gasprüfung, Prüfer geben die ein Auge zudrücken aber grundsätzlich gilt folgendes:

  1. fest verbaute/verschraubte Brennerköpfe
  2. maximal 30mbar
  3. für Caravane zugelassen, Innenraumzulassung reicht hier nicht
  4. Zündsicherung

Wir haben uns jetzt für eines von CAN empfohlen, das gibt es in 2 Ausführungen- wir haben die größere gewählt.

Wir finden es schön und preislich ist es noch vertretbar. Im Moment ( März 2021) allerdings schwer lieferbar.

Die Heizung

Unser Heizung ist eine Truma Combi 6, sie kann uns also nicht nur mit Warmluft versorgen sondern hat auch einen integrierten Boiler für Warmwasser.

Es ist bei dieser Heizung auch möglich nur Warmwasser zu erzeugen und nicht zu heizen. Insgesamt gibt es vier Warmluftausgänge, von welchen wir dann Verteiler gelegt haben so dass warme Luft an verschiedene Stellen im gelangt.

Einen Ausgang haben wir “blind”gesetzt. Die Warmluftverteiung ist etwas störrisch beim Verlegen, weil nur semi-flexibel- also vorher genau planen wie sie verlegt werden soll.

Es gibt noch eine Abgasleitung nach draussen, über diese zieht sich die Heizung auch Frischluft. Hier wichtig ohne Steigung darf diese Leitung maximal 60 cm lang sein, asonsten müsst ihr mit einer Steigung arbeiten .

Die heizung muss ausserdem fest im Boden verschraubt sein. Zubehör findet ihr meist günstig auf Amazon.

Wir hoffen wir konnten ein wenig helfen, was das Thema Gas angeht.

Lasst uns gerne einenn Kommentar da.

Liebe Grüße

Vicky und Alex

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