Die Elektrik in unserem Campervan

Willkommen in der Elektrikabteilung für den Camper. In diesem Beitrag sollen ein paar Unklarheiten beseitigt, Wissen vertieft und neue Dinge gelernt/dazugewonnen werden. Es geht um die Elektrik in unserem Campervan. Wer nicht gerade Elektriker ist, jemanden hat der es für einen erledigt, oder der einem unter die Arme greift, der darf sich hier durchaus inspirieren lassen, wie wir es in unserem Frodo Beule gemacht haben, bzw. uns durch einen netten Kollegen von Alex unter die Arme haben greifen lassen.

Drei Möglichkeiten Strom zugewinnen Lichtmaschine, Landstrom oder Solaranlage

Zu aller erst klären wir kurz die Basics, die vermutlich die meisten wissen, aber es kann nicht schaden, sie noch einmal durchzugehen. Es gibt drei Wege wie wir unsere Zusatz-/Bord-/Aufbau-/Versorgungsbatterie laden können.

Weg Nummer Eins – die Lichtmaschine-

Jeder kennt sie. Sie ist in allen Kfz verbaut und „produziert“ Licht. Natürlich nicht nur. Im Fachjargon spricht man auch vom Generator, Drehstromgenerator, oder sogar hochtrabend vom Dreiphasen-Drehstromgenerator. Dieser Generator produziert durch Magnetfeldänderung Strom und kann dann eben auch für Licht genutzt werden. Deshalb „Lichtmaschine“.

Weg Nummer Zwei -der Landstrom-

Wir kennen es von unseren Elektrogeräten, ist der Akku alle, Stecker rein und laden.

So einfach ist es quasi auch. Wir benötigen ein Stromanschluss (CEE-Steckdose; 16 A), ein Ladegerät und eine Batterie, in welche wir den Strom einspeisen.

Weg Nummer Drei -das Solarpanel-

Auf dem Dach montiert liegt das Solarpanel in der Sonne und produziert nur beim Liegen Strom. Dieser wird durch das Dach, über den Solarladeregler, in die Batterie geführt.

Das sind die drei Wege, wie wir unsere Autarkie auf Stromseite gewinnen. Zugegeben es ist alles sehr vereinfacht, aber verständlich.

Gleich einmal vorab, Elektrik ist ein sowohl kompliziertes, anspruchsvolles, als auch einfaches Thema, wenn man es einmal verstanden hat. Es gibt natürlich Kniffe und Tricks, die kennt der kundige Strippenzieher, der Laie eben nicht. Deshalb ist es auch ein Lehrberuf und es sollte unbedingt die fachliche Kompetenz zu Rate gezogen werden.

Wie Anfangen ? Der Verbaucherplan

Bevor man losrennt und 20m Kabel kauft, in dem Irrglaube dies könne reichen, dem sei gesagt, es ist deutlich zu wenig. Denn, ja das Auto hat eine Ladefläche von Meter X, aber es wird ja nicht nur ein Verbraucher verbaut und das Kabel fliegt nicht quer durch den Raum. Also sollte zu aller erst ein Verbraucherplan erstellt werden.

Soll heißen, es ist wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, welche elektrischen Geräte wollt ihr unbedingt in eurem Camper haben, wie viele davon sind Dauerstromzieher (Kühlschrank), also sind permanent an einer Steckdose und wie viele nutzen nur zwischendurch mal Strom (Tablet, Wasserkocher, etc.).  Macht euch Gedanken zu den Steckdosen. Welche Anzahl und wo sollen sie positioniert werden? Es ist wichtig sich frühzeitig Gedanken über die Positionierung zu machen, denn Kabel werden vor dem Ausbau verlegt. Desweiteren soll auch Nachts etwas gesehen werden, also brauchen wir Licht. Was soll ich sagen, auch hier wieder, Gedanken zur Positionierung.

Achtung Spoiler, macht euch bitte Gedanken zur Positionierung wird noch das ein oder andere Mal auftauchen.

Nicht nur die Lampe muss es geben, sie muss auch angeknipst werden können. Also brauchen wir Schalter. Sollen die Lampen nur von einer Stelle aus bedient werden können, oder möchte ich den ganzen Spaß auch vom Bett aus bedienen können? Ihr seht, so langsam schwinden die 20 Meter dahin und ihr habt noch nicht so richtig viel eurer technischen Geräte verdrahtet.

Unsere Erfahrungen

Wir haben in unserem Frodo Beule ca 100m Kabel verlegt, oder besser gesagt wurden tatkräfig von einem Kollegen von Alex unterstützt. Dieser hatte so eine super Einziehhilfe, mit der war es halbwegs einfach. Sie findet auf Grund der Bommel den Weg von selbst und danach wechselt man den Aufsatz und zieht das Kabel an diesem Zugdraht durch die kleinen Öffnungen. Um die nun gut in Position gebrachten Kabel dort zu belassen, hilft euch auf jeden Fall ne Rolle Tape und Kabelbinder. Aus Sicherheitsgründen, riet uns der Arbeitskollege dazu Flexschläuche zu verwenden. Sie dienen als Kantenschutz, dass die Kabel sich nicht aufscheuern.

Noch einmal zusammenfassend, schreibt euch auf, was ihr alles an Geräten haben wollt. Standartgerätschaften aus dem täglichen Gebrauch und auch spezielle, wie eine Heizung, Solar, Ladegerät, diverse Anzeigen, etc..

Unser Verbraucherplan als Beispiel:

Verbraucherplan fuer unseren Campervan
Verbraucherplan fuer unseren Campervan

Strom druch Solarenergie gewinnen

Die wenigstens betreiben wohl Wintercamping, von daher scheint die Sonne nahezu die ganze Zeit des Urlaubes, oder des Vanlifes. Wieso sollte man die Sonnenstrahlen nicht also dazu nutzen, weit weg von allen anderen zu stehen und trotzdem genug Strom zu haben?

Die Solaranlage ist neben dem Wasser wohl das wichtigste für den autark stehenden Camper. Zunächst sollte sich ein jeder die Frage stellen wie er denkt, dass sein Stehverhalten sein wird. Platziert man den Camper auf einem Campingplatz, hat man vor diese regelmäßig zu besuchen, oder steht man so gut es geht in der Wildnis und fährt nur ab und an an Servicestationen? Desweiteren die Frage nach dem eigenen Stromverbrauch. Auch hiervon ist natürlich die Wahl der Größe des Panels abhängig.

Gehen wir kurz auf die Möglichkeiten und ihre Vor- und Nachteile ein.

Welche Möglichkeiten sich bieten

Möglichkeit Nummer 1: Der Solarkoffer/die Solartasche

Hierbei handelt es sich um ein faltbares Solarpanel. Es ist mobil, soll heißen ich kann es aus dem im Schatten stehenden Fahrzeug nehmen und in die Sonne stellen. Ganz klare Vorteile sind sofort zu erkennen, das Auto bleibt kühl und bekommt trotzdem Strom. Nachteil ist, es wird Stauraum benötigt, wo der Koffer/die Tasche während der Fahrt verbleibt und es wird dementsprechend kein Strom produziert.

Möglichkeit Nummer 2: Flexibles Solarpanel

Der Vorteil gegeüber Nummer 1 ist ganz klar der Gewichtsunterschied. Das flexible Solarpanel ist sehr dünn und leicht, da ihm der Rahmen (s. Möglichkeit Nummer 3) fehlt. Es ist gedacht zu permanenten Installation und kann auf Grund der Flexibilität auch auf Alkoven verwendet werden. Nachteile gibt es auch hier, wie zum Beispiel die wenige Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, wie Hagel, oder Kratzern durch Äste und Zweige. Außerdem liegt es flach auf dem Dach, wodurch die Unterlüftung nicht mehr gewährleistet wird und es zu einem Leistungsverlust des Panels kommt.

Möglichkeit Nummer 3: Gerahmtes Solarpanel

Wie schon angekündigt das wohl am meisten verbaute Modell der Möglichkeite, das gerahmte Solarpanel. Einige Vorteile wurden in Nummer 2 schon als Nachteile formuliert. Vorteil gegenüber Nummer 1, während der Fahrt kann die Sonne ihre Arbeit machen und uns zusätzlichen Strom liefern. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es aber nicht, also werden auch hier ein paar Nachteile aufgezählt. Wir benötigen extra Halter für das Dach. Bei einem handelsüblichen Wohnmobil mit glattem Dach, kein Problem. Es gibt Halter für die Ecken, nur für die Fronten (sog. Spoiler), oder auch als rundum Halter (6 teilig, vier Ecken und zwei Halter für die langen Seiten). Fährt man einen Transporter hat das Dach Profile, hierbei ist etwas Hirnschmalz gefragt. Alternativ gibt es noch Winkel. Diese werden im Dach und im Panel verschraubt, allerdings sei hierzu gesagt, zusätzliche Löcher im Dach erhöhen die Undichtigkeitswahrscheinlichkeit.

Um aber ein Undichtigkeitrisiko zu minimieren, kann man die Bohrung durchs Dach etwas größer wählen und so ein Schlauch durchführen. Dieser wird etwas nach oben überstehen gelassen und eingedichtet. Im Anschluss zieht man die Kabel durch die Dachdurchführen und verklebt sie. So hat man einen doppelten Schutz vor Wasser und einen Kantenschutz für die Kabel.

Bau der Unterkonstruktion für gerahmtes Solarpanel

Gehen wir zurück zu den Spoilern. Wie schon erwähnt, haben die Transporterdächer diese Hubbel, wir nennen sie Profile. Die Spoiler passen also nicht einfach so aufs Dach. Wir hatten dann zuerst die Idee, einfach ein Panel vorne und ein Panel hinten aufs Auto zu bringen, aber die Panele waren quer und längst zu groß, als dass die Halter einfach so gepasst hättten. Somit wurde besagter Hirnschmalz genutzt und mir nichts dir nichts mit Flex und Bandschleifer Aussparungen gezaubert. Nun haben wir viel Auflagefläche, die so wichtig ist, da die Spoiler nur auf das Dach geklebt werden. Die Panele werden mit selbstschneidenden Schrauben an den Spoilern fixiert. Wir haben sie, aus Angst davor sie zu verlieren, auch noch an die Spoiler geklebt.

Dem aufmerksamen Leser fiel auf, dass es sich bei uns um zwei Panele handelt. Wir haben uns für in Summe 200 Watt entschieden. Unsere Panele sind monokristallin.

Unterschied Polykristallin und Monokristalline

 Die Alternative sind polykristalline Solarmodule. Der Unterschied der beiden besteht in mehreren Punkten. Als erstes besteht ein einkristallinen Siliziumscheiben (Wafern) und polykristalline Module bestehen aus Scheiben, die nicht überall die gleiche Kristallorientierung haben. Desweiteren unterschieden sich die Module in ihrem Wirkungsgrad. Während die polykristallinen einen Wirkungsgrad von 15% – 18% haben, haben monokristalline einen Wirkungsgrad von 19% – 23%. Das hat zur Folge, dass sich die gleiche Leistung auf weniger Fläche abspielen kann.

In unserem Beispiel sind auf zwei Panele 200 W, mit den Maßen von á 540mm x 1200mm. Polykristalline bräuchten dafür als Beispiel 670mm x 1000mm. Es ist flächenmäßig nicht gravierend, für die Größenordnung in der wir uns befinden, für große „Plantagen“ aber durchaus von Relevanz. Ein weiter Aspekt, welcher nicht ganz uninteressant ist der Wirkungsgrad bei nicht idealen Bedingungen. Bei idealen Bedingungen liefern beide was drauf steht, 200 W sind 200 W. Wie der Vergleich, was ist schwerer 1Kg Federn, oder 1Kg Blei? Bei nicht idealen Bedingungen (viel Sonne; hohe Modultemperaturen), wird es aber wohl interessant, denn durch die viel dunklere Färbung erhitzt sich das monokristalline Panel viel mehr, als das polykristalline Panel, was einen geringeren Wirkungsgrad zur Folge hat. Bei schlechten Witterungen ist das monokristalline Panel wieder etwas im Vorsprung, des hier beutet es mehr aus.

Letztendlich geht es um die persönlichen Belange. Wieviel Platz hab ich auf dem Dach? Will ich viel Geld in die Hand nehmen ? Wielange befinde ich mich in einem Land in welchem nicht rund um die Uhr die Sonne scheint?

Unserer Meinung nach, und wir sind keine Fachfrau/ -mann, ist es egal, welche Sorte ihr euch aufs Dach werft. 

Der Solarladeregler – MPPT oder PWM ?

Das Solarpanel produziert in der Sonne ohne Unterlass Strom. Damit uns die Batterie nicht „überkocht“, klemmen wir einen Solarladeregler dazwischen. Dieser sorgt dafür, dass der maximal zulässige Strom der Batterie zugeführt wird. Je voller die Batterie, desto weniger Strom wird benötigt. Wie aber gesagt, das Panel produziert ohne Unterlass. An dieser Stelle greift der Energieerhaltungsatz, welcher besagt: Energie geht nicht verloren. Also wird die überschüssige Energie in Wärme umgewandelt und dementsprechend muss der Regler auch etwas Abstand zu den anderen Bauteilen haben. Bei den Solarladereglern gibt es zwei verschiedene, der eine ist der PWM-Laderegler und der andere ist der MPPT-Laderegler.

Beide werden zwischen die Solaranlage und die Batterie geklemmt. Der PWM-Laderegler (pulse-width modulation) reguliert vereinfacht gesagt die Spannung des Solarpanels auf die Spannung der Batterie (14,4 V). Der Ladestrom bleibt hiervon unberührt. Der MPPT-Laderegler (Maximum Power Point Tracking) hingegen lässt den Ladestrom nicht unberührt. Er erhöht ihn durch das Absenken der Spannung des Moduls.

Bedeutet in Zahlen: (hierzu dienen die Werte unseres verbauten Panels)

100 W = 19,35 V x 5,17 A

PWMMPPT
74,01 W = 14,4 V x 5,17 A100 W = 14,4 V x 6,94 A

Soweit die Theorie und sehr vereinfachte Darstellung.

„Es ist allgemein anerkannt, dass ein MPPT- einen PWM-Regler in einem kalten bis mäßig warmen Klima übertrifft, wohingegen beide Regler in einem subtropischen bis tropischen Klima in etwa die gleiche Leistung erbringen.“
Quelle: Victron; Welcher Solar-Lade-Regler: PWM oder MPPT?

Sollte das Solarmodul an die Batteriespannung angepasst sein, kann durchaus auch ein PWM-Laderegler sinnvoll sein, denn dieser hat dann weniger von der Spannung wegzuschneiden

Solarpaneele befestigen
Solarpaneele befestigen

Wieviel Strom verbrauchen wir eigentlich?

Wieviel man sich aber aufs Dach wirft ist interessant und entscheidend. Denn wenn mehr verbraucht wird als geliefert, entsteht ziemlich schnell ein Engpass. Man sollte also vorher einmal durchrechnen, welcher Energiebedarf gedeckt werden muss. Dies macht man wie folgt.

Ihr nehmt euch Zettel und Stift und schreibt von morgens bis abends auf, welche Geräte ihr für wie lange benutzt. Z.B. Zahnbürstenladegerät 0,9 W für vier Stunden, Föhn 1700 W für sieben Minuten Radiowecker, Mikrowelle, Wasserkocher und so weiter… dies setzen wir ein in zwei wichtige Formeln.

Leistung (W) / Spannung (V) = Strom (A)

und

Strom (A) x Zeit (H)/d = Stromverbrauch (Ah) /d (pro Tag)

Nehmen wir für die Batteriespannung einen Wert von 12,6 V an, dann ergibt sich bei dem Ladegrät der Zahnbürste ein Stromverbrauch von

(0,9 W + 15% *) / 12,6 V = 0,082 A à 0,082 A x 4 h/d = 0,328 Ah/d

* Verlustleistung wegen des Wechselrichters 12 V auf 230 V, bei 12 V Geräten ohne die 15%

Es werden also 0,328 Amperestunden am Tag verbraucht. Zugegeben, das ist nicht so viel, aber Kleinvieh macht bekanntlicher Weise ja auch Mist. Der Föhn hingegen benötigt bei 1700 W für sieben Minuten schon rund 19,4 Ah. Und wenn dann alles zusammengezählt wird, versteht mann warum soviele Vanlifer im Süden überwintern.

Die Batterie

Die Versorgungsbatterie ist das Herzstück der elektrischen Anlage des Campers. Ohne sie würde das ganze Vorhaben keinen Spaß bringen. Warum? Die Batterie speichert die gewonnene Energie, sei es beim Fahren durch die Lichtmaschine, durch unser Solarpanel in der Sonne, oder eben durch die Zufuhr von Landstrom. Wir speisen von ihr sämtliche Verbraucher und zehren über längere Zeit (je nach Ah-Vorrat) von ihr. Der Kühlschrank benötigt ständig Strom/Spannung, wenn zu dem noch andere Verbraucher kommen, kann es passieren, dass wir mehr Energie verbrauchen als wir einnehmen. Aus diesem Grund haben wir die Batterie. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not, ist ein Sprichwort, welches nicht nur auf Geld anzuwenden ist. Unser Konto ist die Batterie. Es gibt streng genommen nur zwei Arten von Batterien. Eine Variante ist die Flüssigbatterie (Bleisäure-, Gel-, oder AGM-) und die andere Variante ist die Lithiumbatterie.

Unsere Batterie von Fraron
Unsere Batterie von Fraron

Welche Batterien können wir unterscheiden?

Die Bleisäurebatterie ist die älteste und auch günstigste. Eine regelmäßige Wartung ist erforderlich, sie ist nicht auslaufsicher und kann dementsprechend nicht in sämtlichen Lagen positioniert werden. Zu dem ist sie im Vergleich zur Lithiumbatterie sehr viel schwerer, so wie alle Flüssigbatterien.

Bei Gelbatterien ist die Schwefelsäure durch Kieselsäure gebunden und somit entsteht eine gelartige Flüssigkeit. Da die Batterie verkapselt ist, ist ein Auslaufen äußerst unwahrscheinlich. Sie kann somit in sämtlichen Positionen verbaut werden.

In der Absorbent Glass Matt Batterie (AGM) wir die Schwefelsäure in Vlies aufgesogen und so am Umherschwappen gehindert. Sie ist ebenso wartungsarm wie die Gelbatterie und man sie kann in allen Lagen verbauen

Last but not least, die Lithiumbatterie. Sie ist wohl das technische Highlight, welches jeder Neuausbauer in seinem Camper möchte, sofern er es sich leisten kann. Die Lithiumbatterie ist gegenüber den drei zuerst beschriebenen Batterien deutlich teurer, viel leichter (böse Zungen behaupten gegenüber den Anderen bis zu 80%), viel leistungsstärker und haben eine höhere Lebensdauer, da deutlich mehr Ladezyklen (ca. sechs Mal so viel). Es gibt noch keine Langzeitstudien diesbezüglich, in sofern müssen wir den Herstellern glauben.

Unsere Batterie

Wir haben uns für die Lithum-Eisenphosphat-Batterie, kurz LiFePo4 entschieden. Es ist eine 100Ah Batterie der Firma FraRon.

Ja, wie schon weiter oben beschrieben, ist die Lithiumbatterie teurer als eine Flüssigbatterie. Hier stellt auch FraRon keine Ausnahme dar. Das Produkt punktet aber einfach schon einmal mit der Durchdachtheit. So hat die LiFePo4 nicht nur ein intergriertes Batteriemanagementsystem (BMS), sondern auch einen integrierten Batteriehauptschalter. Er ist direkt an der Batterie und trennt die Batteriespannung zu den Verbrauchern. So kann ungehindert an der elektrischen Anlage (verbraucherseitig) gearbeitet werden. Desweiteren besteht die Möglichkeit der Wartung durch FraRon, dazu ist noch ein 5-poliger Anschluss vorhanden.

Im nächsten Absatz beschreiben wir zusätzliches Equipment, wie z.B. verschiedene Anzeigen. So auch unsere kleine Batteriestandsanzeige, welche wir theoretisch nicht benötigen, da die FraRon App schon alles wichtige wie den Ladezustand, Lade- bzw. Entladestrom, Batterie- und Zellspannung, sowie die Batterietemperatur anzeigt. Das mobile Endgerät wird einfach über Bluetooth mit der Batterie verbunden.

Ursprünglich wollten wir die Bordnetzbatterie während der Fahrt über ein Trennrelais laden. Hier bekamen wir aber den Tipp, dass es bei Lithiumbatterien zu einem besseren und langanhalterendem Ergebnis führt, wenn man mit einem Ladebooster arbeitet. Zusätzlich wollten wir eine Trenndiode verbauen, um auch unsere Starterbatterie zu laden, während wir an Landstrom hängen oder durch Solar. Da der Ladebooster, welchen wir ebenfalls von FraRon bezogen haben aber einen Rückladezweig besitzt, brauchen wir die Trenndiode nicht. Der Rückladezweig sorgt bei ausreichender Ladung der Bordbatterie dafür, dass ein geringer Teil des Ladestroms zum Laden/Erhalten der Ladung der Starterbatterie genommen wird. Im weiteren Verlauf des Artikels gehen wir näher auf die Funktionsweise eines Ladeboosters ein.

Welches Equipment benötigen wir sonst noch?

Hier einmal unser Schaltplan

Unser Schaltplan
Unser Schaltplan *Die Darstellung zeigt unsere Gerätschaften und dient nur zur Versinnbildlichung. Der Einfachheit wurde hier auf den Einsatz von Sicherungen, FI´s, oder sonstigen Sicherheitseinrichtungen verzichtet.

Verschiedene Anzeigen

Bei den Anzeigen sind dem Ausbauherz keine Grenzen gesetzt. Man verbaut, was gefällt und was man benötigt. Es gibt sinnvolle Anzeigen und weniger Sinnvolle Anzeigen. Sinnvoll ist in unseren Augen definitiv eine Trinkwasserstandsanzeige, um nicht wie wir in unserem Urlaub davon überrascht zu werden, dass der Vorrat aufgebraucht ist. Zum Glück stand niemand mit schampoonierten Haaren unter der Dusche. Wer regelmäßig sein Grauwasser ablässt, immer dann wenn er die Möglichkeit dazu hat, der kann getrost auf eine solche Anzeige verzichten. Widerum eine Anzeige um den Batteriestatus anzuzeigen erachten wir als durchaus sinnvoll. Auch hier wäre es schade, wenn der Kühlschrank unsere Lebensmittel nicht mehr kühlt, weil wir eben seit drei Tagen im Schatten stehen.

Nebenbei, da nützt das größte Solarpanel nichts, wenn man es nicht arbeiten lässt. Die Anzeigen für Strom und Spannung sind vielfältig, sowohl in Größe, Kosten und Möglichkeiten sich Werte anzeigen zu lassen. Wer etwas Geld übrig hat, der kann alles Mögliche anzeigen lassen. So z. Bsp. wieviel Spannung reinkommt, wieviel Strom verbraucht wird, wie der Ladezustand der Batterie ist -sowohl in Prozent, als auch in Volt-. Ihr seht, es ist nicht leicht. Dieser ganze Schnick Schnack ist für manch einen, der sich damit auskennt bestimmt interessant, für uns ist es wichtig zu wissen ob wir Laden müssen, oder nicht. Ähnlich wie das Mobiltelefon. Einfache Akkustandsanzeige, toll.

Unser kleinstes Ausbauteil die Batteriestands-Anzeige

Landstromanschluss

Zum Thema Landstrom sei gesagt, es ist ratsam sich zwischendurch mal für eine Nacht an eine Ladestation zu hängen. Die Batterie wird es danken. Sie wird nämlich konstant geladen und vor allem mal wieder so richtig voll. Positiver Nebeneffkt, es können endlich wieder alle Powerbanks, Telefone, Tablets, Laptops, Mp3-Player, E-Bike-Akkus geladen werden, ohne auf den Stromverbrauch zu achten. Es gibt hier zwei Möglichkeiten, wie man den Landstromanschluss verkabeln kann. So kann man den einfachen weg gehen, soll heißen aus der Buchse über das Ladergerät auf die Batterie. Oder man wählt den eleganteren Weg. Bei diesem wird eine Art Weiche/T-Stück dazwischen geklemmt, so dass es quasi zwei Wege gibt. Einer von der Buchse zur Batterie und der Andere von der Buchse zu den Verbrauchern. Hat den Vorteil, wir ziehen den Strom nicht einfach durch die Batterie, sondern laden sie effktiver.

Wechselrichter

Um die gewohnten Haushaltsgeräte benutzen zu können, benötigen wir 230 V. Diese werden durch einen Inverter, oder auch Spannungswandler zu Verfügung gestellt. Er sorgt dafür, dass die  12 V Batteriespannung in „nutzbaren Strom der aus der Steckdose kommt“ umgewandelt wird. Hier ist es wichtig zu wissen, welches Gerät wieviel Leistung, das sind Watt, hat. Dementsprechend groß sollte euer Wandler dimensioniert sein. Da ihr aber nicht nur ein Gerät in Benutzung habt, gönnt euch also ruhig etws mehr. Reserven sind immer gut zu haben. . An dieser Stelle folgt der Querverweis zu den Anzeigen…der Ladezustand der Batterie muss regelmäßig überpfüft werden. 😉

Ladebooster

Von vielen Ausbauern wird sofort kommen, einen Ladebooster brauchen wir. Die Frage nach dem Warum? wird oft nur spärlich erklärt. Ein Ladebooster sorgt nicht etwa dafür, dass in kürzester Zeit die Batterie vollständig geladen wird, sondern er sorgt dafür, dass die Zusatzbatterie weiterhin Ladestrom von der Lichtmaschine erhält. Wie macht er das? Die Funktionsweise ist nahezu einfach erklärt. Im Normalfall wäre unsere Starterbatterie nach einer gewissen Zeit so voll geladen, dass der Ladestrom nicht mehr ausreichen würde um unsere Zusatzbatterie zu laden. An dieser Stelle kommt der Ladebooster ins Spiel. Er nimmt die Rolle eines sehr starken Verbrauchers ein, so dass der von der Lichtmaschine weiterhin produzierte Ladestrom in die Starterbatterie kommt. Somit sorgt er dafür, dass auch die Zusatzbatterie vollständig während der Fahrt geladen werden kann.

Unser Weg

*Werbung wegen Markennennenung

*Amazon Links sind Affiliate Links – keine Mehrkosten nur Produkte mit denen wir zufrieden waren/sind

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